THEATRINO
 theater, das kommt   

Lilli spielt Akkordeon

Das Waisenkind Lilli van der Gracht liebt den weiten Blick übers Meer. Oben von der Spitze des Leuchtturms aus. Sie liebt den Abendstern und das Nachdenken. Sie liebt es, Geheimnisse zu lüften. Und den Zug der Wolken. Aber am meisten liebt sie den alten Theobald, den Leuchtturmwärter auf  Leuchtturm Rote Nase.
Sollte gerade Theobald sie bitter enttäuschen?     Natürlich nicht; es scheint nur so. - Lesen Sie
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Tag 1 auf dem Leuchtturm
                                    
Lilli ist voller Begeisterung: Sie darf für drei Tage den Leucht-turmwärter Theobald Hamsun vertreten. Drei Tage ohne das schreckliche Waisenhaus! Ohne die kreischende Frau Streng-mann. Drei Tage allein oben auf Leuchtturm Rote Nase – das ist ihr Himmel auf Erden!
Weit unten schlagen die Wellen gegen den Eisenmantel des Leuchtturms. Über ihr dreht sich -weithin über´s Meer sichtbar-  das Leuchtfeuer. Und Möwen schreien im Wind. Wie hat Theobald gesagt? >Hier oben auf meinem Leuchtturm stehst du wie auf den Schultern eines Riesen. Alles kannst du überblicken. Und was du siehst, ist wie ein großes Buch. Lies darin, lies viel darin!<
Doch Lillis Aufenthalt gestaltet sich nicht so romantisch wie erwartet. In der Nacht zieht tosendes Unwetter herauf. Die gesamte Stromversorgung fällt aus. Das Leuchtfeuer –über-lebenswichtig für die Schifffahrt – steht still; es leuchtet nicht mehr. Lilli gelingt es, den Notstrom-Generator anzuwerfen. Die Gefahr ist fürs Erste gebannt.

stürmische See3
stürmische See2
Lilli am Funkgerät

     Tag 2 auf dem Leuchtturm
               

...
beginnt ruhig und heiter. Als wäre nichts geschehen; als würde alles seinen gewohnten, sicheren Gang gehen.
Lilli ahnt nicht, was sie in den nächsten Stunden er-wartet!
In einem rostigen Geheimfach des Leuchtturms ent-deckt sie Hinweise darauf, dass Theobald, den sie so lieb hat, dem sie mehr als jedem anderen auf der Welt vertraut… dass dieser Theobald offensichtlich die Schuld trägt am Tod ihrer Eltern. In der Nacht nämlich, als deren Kutter auf ein tückisches Riff auflief und sank, war das Leuchtfeuer auf >Rote Nase<  ausgefallen, was der alte Leuchtturmwärter nicht bemerkt hatte. Für Lilli bricht eine Welt zusammen. Nie wieder will sie diesen Theobald sehen!
Aber Lilli kann nicht weg vom Leuchtturm. Wie eine Gefangene muss sie darauf warten, von Theobald in einem Boot abgeholt zu werden. Völlig übermüdet schläft sie ein und durchlebt im Traum noch einmal das Schiffsunglück von damals.

Tag 3 auf dem Leuchtturm

… bringt eine verblüffende Auflösung aller Probleme. Lilli schafft es –dank ihres detektivischen Spür-sinns und dank ihrer unzerstörbaren Zuversicht- den Beweis dafür zu finden, dass Theobald Hamsun absolut unschuldig ist. Ungeduldig wartet Lilli nun auf Theobald. Sie sieht ihn kommen. Unten in sei-nem Boot. Endlich! Theobald stellt eine Frage, mit der sie im Traum nicht gerechnet hätte: >Lilli, möchtest Du meine Tochter werden? Meine Frau Else und ich  würden Dich gerne adoptieren; bist Du einverstanden damit ?<. Was für eine Frage! In ihrer unbändigen Freude drückt Lilli zweimal auf das Nebelhorn; alle Welt soll es wissen: >Ab heute habe ich wieder so richtig richtige Eltern<

mit Tasse 086

                         mit    Erika Domenik
Inszenierung und Bühne     Bernward M. Müller

11-2011 Rohbau 239

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Hinweis zum Bühnenbild
Das Bühnenbild besteht aus dem oberen Teil eines Leuchtturms. Mit dem sich dre-henden Leuchtfeuer, mit Funkgerät und Wetterstation, mit Strom-Generator, klei-ner Kombüse…. Und rings herum ein verrostetes Geländer. Es wird die Illusion erzeugt, das gesamte Geschehen des     Theaterstückes spiele sich mehr als 50 Meter über dem Meeresspiegel ab.
Die jungen Zuschauer freuen sich darauf, nach der Vorstellung einmal hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Ein kleine >Führung< nach der Vorstellung ist gerne möglich.